Bamako | 35 Jahre - das feiern wir


Am relativ kühlen Vormittag des 28. Januar 1985 betraten wir im Beisein unserer Eltern und Trauzeugen das Zimmer des Standesbeamten im Leverkusener Rathaus. Die Spannung war groß und die Erleichterung und Freude auch, als wir mit Ringen an den Fingern wieder an die frische Luft zurückkehrten. Lange ist das her, aber unvergessen. Ein Ja-Wort vor Gott und der deutschen Obrigkeit. Kirchlich geheiratet haben wir erst im April. Doch das erste Ja-Wort zählt. Wir wissen, dass in manchen Kreisen, auch hier in Mali, die Zweiteilung und der relativ große zeitliche Abstand zwischen der standesamtlichen und kirchlichen Hochzeit ein Problem darstellt. Für uns ist die Zweiteilung zwischen Öffentlichkeit und Kirche nicht wesentlich, denn alles, was wir in dem einen oder anderen Bereich als Christen tun, geschieht immer auf der Basis der Bibel und der persönlichen Verantwortung vor Gott. Etiketten und kulturelle Eigenarten haben bei uns zwar eine wichtige, aber doch immer eine zweitrangige Rolle gespielt. Was zählt ist unsere Haltung und die Freiheit vor Gott. 
Unser Trauvers aus Römer 12,1 war dem Pastor, der uns getraut hat, etwas unpassend für eine Hochzeit, doch er hatte keine Wahl. Der Bibelvers war bewusst gewählt, weil es hier um eine grundsätzliche Einstellung und Praxis im Leben geht, die die heimelige Atmosphäre der Ehe weit übersteigt. "Ich habe euch vor Augen geführt, Geschwister", sagt Paulus, " wie groß Gottes Erbarmen ist. Die einzige angemessene Antwort darauf ist die, dass ihr euch mit eurem ganzen Leben Gott zur Verfügung stellt und euch ihm als ein lebendiges und heiliges Opfer darbringt, an dem er Freude hat. Das ist der wahre Gottesdienst, und dazu fordere ich euch auf."
Viel Wasser ist den Rhein und den Niger runter gelaufen in den letzten Jahren.
Weltweite Mission und Mali haben in unserer Beziehung von Anfang eine Rolle gespielt. In unserem bisherigen Leben waren Ehe und Familie, Privates und Öffentliches immer irgendwie miteinander verbunden. Ob unser Leben immer ein "wahrer Gottesdienst" war, dies zu beurteilen überlassen wir Gott. 
Heute feiern wir die 35 Jahre unserer Ehe in bunten Kleidern und Hosen im verstaubten, aber warmen Mali. Wir sind Gott dankbar, dass  er selber die Liebe ist und sich uns immer wieder liebevoll zuwendet. So üben wir uns darin, liebevoll und geduldig miteinander umzugehen und auch in schwierigen Zeiten einander Hände zu reichen. Wir haben gelernt, uns auf konkrete Lebensziele zu konzentrieren und uns nicht im Klein-klein zu verlieren. Wir sind immer noch gemeinsam in Mali unterwegs. Unterwegs sein, das ist uns wichtig, solange es geht - nicht stehen und sitzen bleiben. 

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