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Mali | wenn du merkst, dass da etwas wegbricht

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Seit 6 Jahren kennen wir die Diagnose: Demenz. Seit dieser Zeit haben wir Ärzte konsultiert, die uns mit ihren Diagnosen und therapeutischen Maßnahmen begleitet haben. Nach jedem Arztbesuch sind wir wieder zurückgekehrt in unseren Alltag, den wir versuchen, den Umständen entsprechend zu gestalten. Nicht nur Ertragen, sondern schöne Momente aktiv erleben, sie für eine kurze Zeit festhalten. Der Umgang mit Demenz, es ist ein Lernprozess. Zunächst ein Aufbäumen, immer wieder Hilfeschreie, Gebete um Heilung, ein Arrangement mit Höhen und Tiefen. Hoffnung und Verzweiflung. Ein langsames Abschiednehmen. Degeneration. Wir lernen das Vergessen kennen, schrittweise, unaufhaltsam, stetig. Wir sehen es nicht, wir spüren es, dass die Zellen im Gehirn sich vergeblich bemühen, einander die Hände zu reichen, um logische Verknüpfungen herzustellen und die Reihen zu schließen. Der Weg zueinander ist zu weit,  die Geduldsfäden werden kürzer. Wir tauchen in Welten ein, der Tiefsee gleichend, die wir vorh

Bamako | letzte gemeinsame Malireise ?

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Unser Aufenthalt in Mali nähert sich langsam dem Ende. Wegen Corona konnten in diesem Jahr keine sportlichen Veranstaltungen größeren Ausmaßes durchgeführt werden. Der Unterricht an der FATMES ist planungsgemäß verlaufen. Jeweils 21 Studierende haben an den beiden Kursen „Missionsgeschichte – ein Überblick“ und „Gemeindewachstum“ teilgenommen. Es ist eine ermutigende Erfahrung, dass trotz Corona und den damit verbundenen Einschränkungen der Unterricht an der FAMTES weiterhin stattfinden kann. Leider hat sich Christianes Gesundheitszustand verschlechtert. Es treten zunehmend Situationen auf, die zu viel Stress verursachen und im hiesigen Umfeld nicht mehr so ohne weiteres zu händeln sind. Vielleicht war der jetzige Aufenthalt in Mali die letzte Reise, die wir gemeinsam unternehmen konnten. Wir sind bis an unsere Grenzen gegangen, was wir nicht bereuen. Nur so lernen wir unsere Möglichkeiten kennen und Gottes tragende Kraft. Wir sind beeindruckt von der Unterstützung, die wir durch Geb

Mali | Rassismus in Mali !?

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Wo landet man als Europäer, als Mensch mit offensichtlich weißer Hautfarbe, wenn man in Mali danach fragt, ob es auch in der malischen Gesellschaft Rassismus gibt? Genau das habe ich versucht herauszufinden und bin dabei auf ehrliche, humorvolle, anschauliche, aber auch von Vorurteilen und schematischen Vorlagen geprägte Antworten gestoßen. Einer der Gesprächspartner, mit dem ich vor unserem Haus hier in Bamako darüber sprach, sagte: „Nein, Rassismus gibt es bei uns nicht. Den gibt es nur zwischen Weißen und Schwarzen.“ Punkt. Das war mir etwas zu schematisch. Deshalb fragte ich weiter nach: "Gibt es ein Wort in Bamanan für „Rassismus“? Wie aus der Pistole geschossen bestätigen die Leute in der Runde: „Ja, das gibt es. Siyawoloma – das ist der Begriff, den wir für Rassismus benutzen.“ Also frage ich mich: "Wieso wird auf der einen Seite kurzentschlossen die Tatsache abgelehnt, dass es in Mali Rassismus gibt, und auf der anderen Seite genau für dieses Phänomen ein eigener Beg

Allianz Mission | wilde Anfangsjahre

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Das Manuskript in Deutsch zum neuen Buch aus der Reihe STEPPENTANZ über die Geschichte der Allianz-Mission und ihrer Partnerkirche in Mali ist bald fertig. Nach dem letzten Schliff der 600 Seiten fehlt noch das Lektorat. Danach geht es in den Onlinedruck. Vorab gibt es hier einen kleinen Ausschnitt aus einem der einleitenden Kapiteln: Die Gründung der Allianz-Mission im 19. Jahrhundert. Das Ziel der Beschäftigung mit der Geschichte der Allianz Mission im Kontext des Buches ist es, die wesentlichen Schritte der Entstehungsgeschichte der AM und ihrer Entwicklung zu skizzieren und dabei herauszufinden, welche Mentalität(en) prägend waren und welche Lektionen für die Arbeit in Mali zu lernen sind. Die ausführliche Beschreibung und die sich daraus ergebenden persönlichen Schlussfolgerungen gibt es dann im Buch ... ... Die Gründung der Allianz-Mission im Jahre 1889 vollzieht sich im multikulturellen und multitheologischen Kontext. Die drei impulsgebenden Protagonisten kamen aus unterschi

Mali | als Missionare in Mali das Laufen lernten

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... reisten sie mit Schiffen der französischen Kolonialadministration auf dem Senegal im Westen, oder auf dem Niger und Bani, mit Händlern und afrikanischen Fischerbooten und legten Wegstrecken zu Fuß zurück. Bei Zugreisen im Westen saß man in Wagons, die auf Schienen rollten, die von hart schuftenden Maliern auf Anweisung der Franzosen in Zwangsarbeit verlegt worden waren. Bei den Reisestrapazen haben sich die ersten Missionare darüber wahrscheinlich weniger Gedanken gemacht. Später erleichterte sogar ein nostalgisch legendäres Automobil aus der Wagenschmiede in Detroit die Reisen. Im Jahre 1923 erhielt das Team der amerikanischen CMA-Missionare einen Ford Truck Baureihe 1920, ähnlich dem auf dem Foto. Damit wurden Familien und ihr Umzugsgut in den Osten und Norden Malis transportiert. Die starren Blattfedern und die ruckeligen Pisten ließen dabei jeden Stoß in die Knochen fahren. Das Gefährt diente außerdem als Baufahrzeug bei der Erstellung der ersten Gebäude. In den Missionsmagazi

Baguineda | UEPEM-ler gründen eine neue Gemeinde

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Wie so oft, wenn der Präses der UEPEM, Pastor Enoc S., die Hände mit im Spiel hat, beginnt die Gründung einer neuen Gemeinde mit einem Grundstück, das er vor Jahren für günstiges Geld erstanden hat. So auch in Baguineda, einer wachsende Kleinstadt 25 km östlich der malischen Hauptstadt Bamako. Damals, vor 15 Jahren, als das Land noch unbebaut war und noch keiner daran dachte, dass aus diesem Stück Savane mal ein bebautes Viertel werden würde, da sind Enoc S. und der damalige AM-Missionar Markus O. durch diese Gegend gefahren und haben beschlossen, dass jeder von ihnen ein Grundstück kauft. Als Orths dann Mali verließen, haben sie das Stück Land sozusagen vererbt. Heute gehören die beiden Grundstücke unserem Partnerbund UEPEM. Ein kleines Gemeindehaus wurde erstellt.  Die Zahl der Gottesdienstbesucher ist mittlerweile auf 30 bis 40 gestiegen. Die Schar ist bunt gemischt: Familien, viele Kinder, einige Schüler, die das Gymnasium in der Nähe besuchen, Familienväter. Einige Christen aus UE

Bamako | sprachlos, ermutigt

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Das ist mal wieder so eine Geschichte, die man nicht erfinden kann. Die kannst du einfach nur dankbar aufsaugen. Sie zeigt ganz eindrücklich, wie Gott handelt - gnädig, weitsichtig, Spuren hinterlassend, ermutigend. Während der Unterrichtspause an der FATMES kommt eine Studierende auf Christiane und mich zu. Sie sagt sie sei Rachel D. Sie hat uns kennengelernt, als wir mit unserer Familie Mitte der 1990er Jahre in Bamako-Kouloubleni wohnten, einem Stadtteil am östlichen Rand der malischen Hauptstadt. Wir waren damals dorthin gezogen, um gemeinsam mit unseren malischen Mitarbeitern eine Gemeinde zu gründen. Der Gottesdienst fand zunächst in der Garage eines Christen und später unter einem Wellblechdach auf dem erworbenen Grundstück der Gemeinde statt. Christiane hatte parallel zum Gottesdienst Treffen mit Kindern ins Leben gerufen, die wir im Kirchenjargon Sonntagschule nennen. Rachel war eines der Mädchen, denen Christiane damals biblische Geschichten erklärt und mit denen sie Lie

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