jeudi 2 novembre 2017

Bamako | Improvisieren macht glücklich

Wenn der Wasserdruck in den Stoßzeiten abends und morgens absinkt und die Leitungen nur einige Tropfen abgeben, wenn die Power nicht reicht, das Wasser in den Duschkopf und auf die verschwitzte Haut zu pumpen – dann müssen eben andere Wege her. Perfektion ist in Mali eher eine lebensfremde Illusion. Improvisieren dagegen ist eine Kunst, die hier in Mali fast jeder beherrscht und die einfach sehr nützlich ist, um im Leben klarzukommen. 
Eine Kunststofftonne, die unter den Wasserhahn gestellt und dann gefüllt wird, wenn der Wasserdruck ausreicht – das ist eine gute Maßnahme, um den Wassernotstand in Mangelzeiten auszutricksen. Becher eintauchen und dem Glück steht nichts mehr im Wege. So machen das die Malier in ihren Dörfern, wo es keine kommunale Wasserversorgung gibt genauso. Dort schöpfen sie das Wasser aus dem Brunnen und füllen ihre Eimer und Tonkrüge. Das ist improvisierte Normalität.