samedi 11 février 2017

Koutiala | katholische Nonne im Süden Malis entführt

Vor einigen Tagen wurde in der Nähe von Koutiala, einer bedeutenden Stadt in der im Süden Malis gelegenen Region Sikasso, eine katholische Schwester kolumbianischer Nationalität entführt.  Kurz darauf wurden zwei Tatverdächtige festgenommen. Die malischen Sicherheitskräfte versuchen herauszufinden, ob sie Komplizen sind. Die Entführer waren nach bisherigen ...
Erkenntnissen Dschihadisten und haben ihr Opfer offensichtlich über die Grenze nach Burkina Faso gebracht. Als Fluchtfahrzeuge dienten zunächst ein Auto und später ein Motorrad, um auch in unwegsamem Gelände mobil zu bleiben. Malische Beamte und Polizisten aus Burkina kooperieren, um den Entführern auf die Spur zu kommen.
Die Attacke und die sich anschließende Entführung geschah auf einer Krankenstation, wo die Schwester ihren Dienst versah.  In der Vergangenheit gab es auch in südlichen Regionen Malis des Öfteren Anschläge auf Sicherheitskräfte, Bürgermeisterämter oder Polizeistationen. Doch bisher waren religiöse Einrichtungen verschont geblieben, und noch nie ist eine Person dabei entführt worden.

Es stellen sich folgende Fragen: Handelten die Täter im Namen einer im Norden Malis operierenden islamistischen Organisation, oder führten sie die Tat in Eigenregie durch, mit dem Ziel, ihr Opfer gegen ein Lösegeld einzutauschen?

Der Vorfall zeigt, dass selbst im Süden und Zentrum Malis eine latente Gefahr besteht und weiterhin Vorsicht geboten ist. Es ist nach dem aktuellen Stand der Entwicklung nicht zu befürchten, dass radikale Islamisten in Mali nach der Macht greifen – doch punktuelle terroristische bzw. kriminell motivierte Attacken sind in der Weite des Landes immer möglich. Wir hoffen und beten, dass die fast täglich passierenden Attacken auf Personen und deren Besitz im Norden abnehmen, und dass der Süden Malis von terroristischer Gefahr verschont bleibt.