vendredi 27 janvier 2017

FATMES | wenn Engel in Zellen gehen

Während der letzten Veranstaltung an der FATMES hat uns Pastor Goita im Rahmen des Kurses "Missionsstrategien" in die missionarische Arbeit im Gefängnis eingeführt. Er selber ist ein "alter Knacki", der Ende der 1980er Jahre in Haft kam und dort ein Leben mit Jesus startete. Nach seiner Entlassung hat er eine Bibelschulausbildung in der Elfenbeinküste absolviert, dort einige Zeit gewirkt und ist zurzeit Pastor einer Baptistengemeinde in Bamako. 
Neben den biblischen Grundlagen der Arbeit mit ...
Gefangenen, stellte er den Bedarf der Inhaftierten vor - gute Ernährung, medizinische Versorgung, geistliche Orientierung und Menschen, die sie nicht verurteilen, sondern Hoffnung vermitteln. In den Zellen sitzen Verurteilte unterschiedlicher ethnischer Gruppen und Nationalitäten gemeinsam ihre Haft ab. Außerdem sind die sozialen Herkünfte sehr unterschiedlich. Neben kriminellen Politikern und Beamten aus wohlsituierten Familien gibt es einfache Diebe, aber auch Mörder.
"Wenn Besucher in den Zellen die Hände der Inhaftierten schütteln und mit ihnen reden, dann werden sie wie Engel angesehen, die Gott selber schickt", so Goita. Wichtig ist, dass praktische Hilfe und die Verkündigung des Evangeliums gleichzeitig im Blick sind. Ein Problem besteht darin, dass Gefängniswärter überbrachte Güter oft unter sich verteilen und diese nicht bei den Gefangenen ankommen. Dieses Problem kann aber durch konkrete Absprachen, durch persönliche Präsenz bei der Verteilung oder die Vergabe von Medikamenten nur auf Rezept eingestellt werden.
Ein großes Manko sieht Goita in der Tatsache, dass Pastoren oft ohne die Unterstützung von Gemeinden diesen wichtigen Dienst tun. Glücklicherweise gibt es innerhalb der ev. Allianz in Mali einen Arbeitskreis für die Arbeit in Gefängnissen. 
Die Erzählung von Goitas Bekehrung im Knast,  und wie er dort von seiner Umkehr berichtete und andere Häftlinge sich dem christlichen Glauben zuwendeten, ist sehr beeindruckend. Pastor Goita hat uns in den letzten Jahren des Öfteren bei unseren Besuchen ins Gefängnis nach Koulikoro begleitet.