lundi 23 mai 2016

Doukourakoro | Kreiskonferenz mit 675 Besuchern

Alle zwei Jahre organisiert der Distrikt der UEPEM Gemeinden von Quinzambougou (Bamako) eine Kreiskonferenz. Dem Kreis gehören insgesamt 26 Gemeinden an, die von 12 Pastoren betreut werden. In dieses Treffen integriert sind Sitzungen des Distriktkomitees, Auftritte von Chören, Seminare, Berichte, gemeinsames Essen, Gespräche beim Tee bis tief in die Nacht und ein großer Abschlussgottesdienst.
Wir erlebten den Gottesdienst gestern als ein großes Fest, trotz der räumlichen Enge und der schwülheißen Luft. Der Chor trug ein eigenes Lied als Lobeshymne auf die UEPEM-Gemeinden vor. Besonders gefreut hat uns der engagierte und authentische Auftritt der Kinder. Den beiden Leitern spürte man sofort ab, dass sie die Kinder richtig gern haben.
Es ist wichtig, insbesondere für die kleineren Gemeinden, die sich noch in der Aufbau- und Gründungsphase befinden, diese große ermutigende Gemeinschaft mitzuerleben. Bei dem Hauptthema der Konferenz ging es um Mission und die Frage, welche Rolle jeder Einzelne zum Wachstum der Gemeinde einnehmen kann. Der glaubwürdige Lebensstil stand bei der gestrigen Abschlusspredigt im Mittelpunkt.
Bei dem anschließenden Riesenpicknick mit weit über 600 Personen im Hof der Gemeinde und unter den ausladenden Bäumen in der Nachbarschaft bot sich die Gelegenheit, bei einem guten malischen Reisgericht alte Freunde und Weggefährten zu treffen, sich auszutauschen und das ein oder andere Thema zu Glaube und Politik zu beackern.

Das für die Veranstaltung veranschlagte Budget wurde von den Mitgliedsgemeinden und der Kreiskasse eigenständig abgedeckt. Das hat uns sehr gefreut. Die Gemeinden übernehmen für ihre eigenen Aktionen selber die organisatorische und finanzielle Verantwortung. Anfang der 2000er Jahre haben wir als Mission die finanzielle Eigenständigkeit der Gemeinden thematisiert und seitens der Mission Schritte zu deren Umsetzung eingeleitet. Die Mission kappt schrittweise d.h. jährlich ihre Zuschüsse und hilft durch Sensibilisierung und weitere praktische Maßnahmen (z.B. Kleinprojekte) die finanzielle Eigenständigkeit der Gemeinden zu stärken. 
Damals war das Geschrei groß. „Die Mission lässt uns im Stich, ihr wollt euch zurückziehen, ihr seid der große Bruder und verpflichtet uns zu helfen, wo soll das Geld herkommen …“ – so die Statements und Anfragen. Kurz: Die Maßnahme war unbeliebt und stieß auf Kritik. Von einigen Leuten wird uns diese strategische Entscheidung bis heute übel genommen, von anderen aber als völlig verständlich akzeptiert. 
Die Pastoren haben mittlerweile begriffen, dass konstruktives Nachdenken und Beten besser ist als Betteln. Wer die Hand aufhält, ohne vorher die eigenen Möglichkeiten ausgelotet und die Ressourcen der Gemeinden ausgeschöpft zu haben, der erntet bei den Partnern lediglich ein müdes Lächeln. Das sehen selbstbewusste Malier mittlerweile auch so. Selbstbewusstsein und Eigenständigkeit sind jedoch nur dann zu erreichen, wenn Pastoren ihre Gemeindemitglieder sensibilisieren und mitnehmen, sich von Gottes Wirken abhängig machen und sich nicht einseitig auf Zuschüsse von außen verlassen. Das vergangene Wochenende hat gezeigt: es geht - an be se - yes, we can.