mardi 14 février 2017

Mali | unsichere Zeiten ohne Ende?

Im Rahmen einer Razzia malischer Sicherheitskräfte am vergangenen Sonntag gab es im Zentrum Malis (Macina, Region Mopti) einen Toten. Ca. 20 mutmaßliche Dschihadisten wurden festgenommen. Bei den Verdächtigen handelt es sich um Personen, die der Volksgruppe der Peulh angehören. Einige Zivilisten gelten als vermisst. In der Gegend um Dialloubé halten sich Anhänger des radikalen Predigers Amadou Koufa auf, die durch Attacken auf ...
Dörfer, Polizeistationen und Einzelpersonen immer wieder für Negativschlagzeilen sorgen. Das malische Verteidigungsministerium ließ verlautbaren, dass die malische Armee mit einem Großaufgebot in der Gegend unterwegs ist. Mehrere Moscheen wurden durchsucht und dabei Motorräder und Waffen beschlagnahmt. Die Bevölkerung fühlt sich von den Behörden und Sicherheitskräften im Stich gelassen. Die Schulen und medizinischen Einrichtungen sind mittlerweile zum Großteil geschlossen, da die diensthabenden Funktionäre die Region Richtung Süden verlassen haben.

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Norden Malis gibt es Spannungen zwischen einzelnen Gruppen, die 2015 das Friedensabkommen unterzeichnet haben. Dabei handelt es sich um verschiedene Interessengruppen wie z.B. ...

  • die CMA (Koordination der Bewegungen im Azawad), die für mehr Autonomie der nördlichen Regionen plädiert,
  • die CSA (Komitee zur Überwachung des Friedensprozesses) an der Seite der Zentralregierung in Bamako, die sich für die Einheit des Landes einsetzt,
  • diverse Landeswehren wie z.B. die GAITA  (Gruppe zur Verteidigung der Imgad-Tuareg und ihrer Verbündeten), die im Namen verschiedener Volksgruppen und Klans agieren
Die verschiedenen Lager klagen sich gegenseitig an, Fahrzeuge zu entwenden oder Einbrüche zur eigenen Versorgung zu organisieren. Außerdem bezichtigen sie sich gegenseitig, die Grenzen der jeweils zugeteilten Territorien zu verletzen. Ob dabei auch Zivilisten behelligt wurden, ist umstritten.Am 13. Februar ging die Meldung durch die malische Presse, dass bei innerethnischen Konflikten zwischen Bambara (Bauern) und Peulh (Viehhirten) etwa zehn Menschen ums Leben gekommen sind. Außerdem wurden Wohnhäuser in Brand gesteckt. Die Vorkommnisse ereigneten sich in der Nähe der Stadt Macina in der Region Segou. Ausgangspunkt war die Ermordung eines Bauern der Bambara, der ein Racheakt mit dem erwähnten Ausgang folgte. Einer der Kommunalpolitiker gab auf Anfrage französischer Journalisten an, dass es sich bei dem Mörder um einen Jihadisten handelte, der der schon erwähnten Gruppe um Amadou Koufa angehörte. Nachdem die Armee Verstärkung geschickt hatte, kehrte die Ruhe nach ein paar Tagen wieder zurück.
Die skizzierten Ereignisse zeigen, dass das Zentrum und vor allem der Norden Malis nach wie vor sehr unsicher sind. Die fast täglich kursierenden Meldungen in der malischen Presse zeigen ein gemischtes Bild von kriminellen, innerethnischen und ideologisch-terroristisch motivierten Übergriffen. Sowohl die zentral gelegene Gegend um Macina als auch die Weiten der nördlichen Regionen sind von den nationalen und internationalen Sicherheitskräften nur schwer zu kontrollieren.

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