vendredi 13 mai 2016

Gehört der Islam zu Deutschland ? - was die Geschichte dazu sagt (3)

4. Kulturgeschichtliche Aspekte als Argument der Zugehörigkeit des Islam zu Europa – eine Skizze:

Die folgende Skizze gibt einen Überblick zur muslimischen Präsenz in Europa und Deutschland im Laufe der Geschichte (8. bis 20. Jh.). Die Informationen sind entnommen aus "Die Geschichte des Islam in Deutschland" (Vortrag der Deutschen Muslimliga e.V.). Der Autor geht aufgrund der geschichtlichen Fakten selbstverständlich davon aus,

... dass Muslime und der Islam zu Europa und Deutschland gehören. Wir folgen zunächst seiner Aufstellung und erlauben uns ein eigenes Fazit.
 

8.-11. Jh.: Emirat und Kalifat von Cordoba
  • Andalusien und Sizilien erweisen sich im Laufe des Mittelalters als Vorzeigestätten der friedlichen Koexistenz der semitischen (abrahamitischen) und christlichen Religionen unter islamischer Herrschaft.
  • Das friedliche Zusammenleben gelang, weil die herrschenden Muslime in der Minderheit waren (ca. 10 %) und deshalb die Religionen der Mehrheit toleriert haben (andalusischer Islam) bzw. tolerieren mussten, um den sozialen Frieden zu wahren.
  • Im islamischen Spanien haben islamische Gelehrte Texte griechischer Philosophen in die Volkssprache übertragen, von wo aus sie dann ins Lateinische übersetzt wurden.
Handelsbeziehungen seit dem 10. Jh.:
  • Indirekte u.a. durch jüdische Vermittler gepflegte Handelsbeziehungen seit dem 10. Jh.: Quellen besagen, dass es auf deutschen Märkten Gewürze aus dem Orient gab, die von Händlern aus Cordoba (Spanien) gehandelt wurden. 
  • Beispiel: Der jüdische Händler Ibrahim ibn Jaqub berichtet aus Prag: „Zu ihr, der Stadt Prag, kommen aus der Stadt Krakau die Rûs und die Slawen mit Waren, und es kommen zu ihnen aus den Ländern der Mohammedaner, Juden und Türken gleichfalls mit Waren und gangbaren Münzen.“ 
  • Seit dem 10. Jh. gewinnt Venedig dank des Orienthandels starke Bedeutung. Auch deutsche Händler profitieren davon.
Mittelalter und Kreuzzüge:
  • Direkter Kontakt zwischen Deutschen und Muslimen gibt es erst seit der Zeit der Kreuzzüge. Die europäische Christenheit zieht gegen die angeblichen Feinde des Christentums in den Krieg. Die Propaganda die den Aufrufen zu den Kreuzzügen zugrunde lag, geht teilweise auf falsche Informationen über die Lebenswelt der Muslime zurück. 
  • Die Kreuzugspropaganda wirkt, aus muslimischer Perspektive, noch heute in der Satire und den „Mohammed-Karikaturen“ nach.
Mittelalter: 
  • Förderung der Handelsbeziehungen
  • Wissenschaftlicher Austausch in den Bereichen Astronomie, Landwirtschaft und Medizin 
  • Übersetzung der Schriften des Aristoteles vom Arabischen ins Lateinische (siehe Kalifat von Cordoba)
  • Ausbau der diplomatischen Beziehungen
  • Muslime in der Leibgarde des Kaisers, die er den Christen wegen der Opposition zum Papst vorzog
  • In der Folgezeit prägen arabische Mathematik und Linguistik die Kulturgeschichte Europas. Insgesamt lassen sich über 500 deutsche Worte auf eine arabische Wurzel zurückführen.
Averroes (12. Jh.):
  • Der Vergleich der verschiedenen Religionsgemeinschaften hat in der Zeit des Kalifats von Cordoba zu einer Relativierung des dem orthodoxen klassischen Islam eigenen Fatalismus geführt. Verantwortlich dafür war der islamische Jursit, Philosoph und Theologe Abu ad-Walid Muhammed Ibn Rushd (genannt Averroes). Er lebte von 1126-1198. 
  • Averroes Lehre: Ewigkeitswert der materiellen Welt, Gott ist Teil der Materie und ihr "innerer Motor", Ablehnung der Schöpfung aus dem Nichts (creatio ex nihilo), der Auferstehung und der Unsterblichkeit der Seele.
  • Entstehung des Averroismus: Ablehnung der Göttlichkeit, Vorreiter der Vernunftsphilosophie im Westen (Autonomie des freien Denkens ohne religiöse Prämissen)
Anmerkungen zu Averroes: 
  • Der "islamische Philosoph Averroes" war eher ein Religionskritiker als ein Befürworter und Förderer des Islam. Seine Religionskritik entspricht der des Aristoteles, die sich bei letzterem auf den Polytheismus der antiken Götterwelt bezog. Grund: Religion verhindert logisches Denken.
  • Averroes Position, insbesondere seine wissenschaftliche Logik, resultierte aus der positiven Rezeption des Aristoteles und war nicht in erster Linie das Ergebnis einer Koraninterpretation. Sein Denken stellte auch keine anerkannte weiterführende Modernisierung der Hadith dar. Als islamischer Philosoph war er in den eigenen Reihen durchaus umstritten. Averroes macht jedoch den Versuch, die Ergebnisse logischen Denkens mit der Wahrheit des Koran und der islamischen Gesetzgebung in Einklang zu bringen. 
  • Dennoch, die Auffassung, Averroes Denken sei ein genuin islamisches, ist nicht begründet. Sein Einfluss war spürbar, aber daraus zu schießen, dass "der Islam als Religion kulturell bzw. philosophiegeschichtlich zu Europa gehöre" ist trügerisch.
Zeit der Staufer:
  • Freundschaftliche Beziehungen zwischen den Staufern und der muslimischen Welt (seit 12. Jh.)
  • Verhandlungen zwischen Friedrich I. „Barbarossa“ und dem Sultan Salah ed-Din (Ziel: kriegerische Auseinandersetzungen vermeiden, Friedensangebote, wie freien Zugang christlicher Pilger zum Heiligen Grab, regelmäßige christliche Gottesdienste in der Grabes-Kirche und die Freigabe aller „fränkischen Gefangenen“.
  • Friedrich II. setzt die gemäßigte Orientpolitik seines Onkels fort, sehr zum Unmut des Papstes, der dem deutschen Kaiser vorwirft, zu wenig Muslime getötet zu haben.
  • Indirekt bezeugt Friedrich II., dass es in Deutschland Muslime gibt, die ihren Glauben praktizieren: „Ich habe vor allem in Jerusalem übernachtet, um dem Gebetsruf der Muslime und ihrem Lobe Gottes in der Nacht zu lauschen. Wenn ihr bei mir in meinem Lande wäret, würdet ihr sehen, dass die Muslime dort ihre islamischen Gesetze beachten.“
  • Friedrich II. gesteht nach seiner Krönung zum Kaiser (1220) per Dekret den Muslimen der Stadt Lucera auf Sizilien, was damals zu einem Herrschaftsgebiet gehörte, umfangreiche Rechte zu – gegen den Widerstand der Katholiken.
  • Er verkündet 1221 ein Dekret, in dem es heißt: „Nicht nur auf die uns untertänigen Christen, sondern auch auf die Angehörigen anderer Glaubensgemeinschaften erstreckt sich die Wirkung unseres Schutzes, damit, wenn jeder durch den väterlichen Schutz des Kaisers verteidigt wird….die Ruhe des erwünschten Friedens gesichert wird.“  
  • Später heißt es in einem kaiserlichen Dekret: "Wir wünschen nicht, dass sie unschuldig verfolgt werden, nur weil sie Juden oder Sarazenen sind.“ 
Übergang zur Moderne:
  • Die Zeit zwischen 13. und 18. Jh. ist im Zuge der Türkenkriege und deren Nachwirkungen von Repressalien und Zwangskonversionen geprägt.
  • Feindschaft zwischen Europa und dem Osmanischen Reich.
  • 1458 Eroberung Konstantinopels
  • 1529 Belagerung Wiens
  • 16. Jh. Einführung der „Türkensteuer“ zur Unterstützung des Kampfes gegen die osmanischen Heere. Damit etabliert sich eine permanente antitürkische Haltung in der Bevölkerung.
  • Martin Luther hat die Haltung gegenüber Muslimen nachhaltig geprägt: „ …was außer der Christenheit ist, es seien Heiden, Türken, Juden oder falsche Christen ...soll in ewigem Zorn und Verdammnis bleiben".
Barock, Absolutismus, die Zeit der Türkenkriege (17. Jh.):
  • Im Zeitalter des Barock und des Absolutismus gelingt es Europa ein militärisches Gleichgewicht zum osmanischen Reich herzustellen. 
  • Seit 1683 Beginn des Verfalls des osmanischen Reiches.
  • Kriegsgefangene Türken (Beutetürken) gelangen nach Deutschland: erste Ansiedlung von Türken in Deutschland
  • türkische Lakaien und Kammerzofen arbeiten an den europäischen Höfen
  • weitere türkische Bedienstete: Köchinnen, Stallknechte, Kutscher, Wachsoldaten, Falkner, Jäger und Förster
  • Viele Türken nutzen die Gelegenheit durch Heirat und den Übertritt zum Christentum, sich von der Leibeigenschaft zu befreien (integrative Maßnahme der Einbürgerung!?), verbunden mit gesellschaftlichem und wirtschaftlichem Aufstieg (Beispiel: Mehmet von Königstreu, der als treuer Kammerdiener des Kurfürsten von Hannover, einen erblichen Adelstitel erhält).
Zeit der Aufklärung (18. Jh.):
  • Duldung religiöser Minderheiten und qualifizierter Migranten seit dem späten 17. Jh. in Preußen Dies betraf Hugenotten aus Frankreich (seit 1685) und kriegsgefangene Türken aus dem türkisch-russischen Krieg (seit 18. Jh.).
  • 1732 in Potsdam entsteht aus einem Saal in Schlossnähe eine Moschee. 
  • Die meisten Türken verlassen jedoch in der Folgezeit Preußen.
  • Friedrich II. (1740 – 1786): „Alle Religionen sind gleich und gut, wenn nur die Leute, die sich zu ihnen bekennen, ehrliche Leute sind. Und wenn die Türken (...) kämen und wollten hier im Lande wohnen, dann würden wir ihnen Moscheen (...) bauen“.
  • 1745 Integration muslimischer Reiter in die preußische Armee (Schwarze Husaren)
  • Militärallianz zwischen Preußen und Osmanien am Ende des Siebenjährigen Krieges (1756 – 1763). Zahlreiche Muslime laufen nach Preußen über.
  • 1762 Bildung des „Bosniakenkorps“ (9. Husarenregiment „Bosniaken“), mit insgesamt rund 1.000 Mann mit eigenem Heeresimam (genannt Prediger der preußischen Mohammedaner)
  • Anlegen türkischer Gärten und Verbreitung türkischer Mode nach dem begeisterten Empfang von Ali-Aziz-Effendi, dem Gesandten des Osmanischen Reiches in Potsdam
  • 1779 Thematisierung des Dialogs der drei abrahamitischen Religionen in „Nathan der Weise“ 
Die Zeit der Romantik (19. Jh.)
  • Positive Darstellung des Islam in der Romantik des 19. Jh.: orientalische Märchen (Der kleine Muck oder Kalif Storch)
  • Ausbau der politischen und wirtschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Deutschem Reich und Osmanischem Reich (General Helmuth von Moltke Dienst als Militärberater des Osmanischen Heeres von 1835 bis 1839)
  • Mehrere Diplomaten, Kaufleute und Militärs konvertieren während Orientbesuchen zum Islam.
Wilhelminische Epoche (19./20. Jh.):
  • Mehrere Besuche des deutschen Kaisers des Osmanischen Reiches und des Orients
  • Wilhelm II. bekennt: „Möge seine Majestät der Sultan und die 300 Millionen Mohammedaner, welche auf der Erde verstreut leben und in ihm ihren Kalifen verehren, dessen versichert sein, dass zu allen Zeiten der Deutsche Kaiser ihr Freund sein wird“.
  • Deutsche Hilfe beim Ausbau des orientalischen Bahnschienennetzes
  • Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen zu Beginn des 20. Jh.
  • Max von Oppenheim versucht als Diplomat in Ägypten seit 1914 die Muslime für den „Jihad made in Germany“ zu gewinnen, um gemeinsam an der Seite der Deutschen gegen die englischen und französischen Kolonialherren zu kämpfen. Seit dem hat der Begriff Jihad auch eine antikoloniale Konnotation.
  • Als Folge dieser Kooperation wird in der Nähe von Berlin die erste Moschee in Deutschland erbaut.
Nach dem 1. Weltkrieg:
  • In den 1920er Jahren leben ca. 1.000 Muslime in Deutschland.
  • 1922 Gründung der ersten deutsche Muslimgemeinde durch den indischen Imam Maulana Sadr-ud-Din aus Lahore in Berlin-Charlottenburg. 
  • 1924 Bau der Wilmersdorfer Moschee in Berlin 
  • 1926 Übertritt des jüdischen Journalisten Leopold Weiß zum Islam
  • 1952 Gründung der Deutschen Muslim Liga, der älteste muslimische Verein in Deutschland. Ihm gehören Muslime mit deutscher Staatsbürgerschaft an.
Eigenes Fazit:
WICHITIGE INFORMATION:
  • Die aufgeführten Fakten sind enorm wichtig, da sie den Deutschen kaum bekannt sind. Sie legen Zeugnis davon ab, dass auch Sympathie, Toleranz und Akzeptanz das Verhältnis von Christen und Muslimen geprägt haben. Die einseitige negative Fokussierung der Kreuzzüge und Türkenkriege ist daher abzulehnen.
KOEXISTENZ, HANDELSBEZIEHUNGEN, SYMPATHIE und TOLERANZ: 
  • Für europäische Muslime ist das Emirat von Cordoba (8. bis 15.Jh.) ein Beispiel dafür, dass der Islam auf europäischem Boden nicht nur Fuß fassen, sondern auch dominieren kann. Die Zeit ist geprägt von der friedlichen Koexistenz von Christen, Juden und Muslimen unter islamischer Herrschaft.
  • Die Haltung einiger Stauferherrscher zeugt von einer außergewöhnlichen Sympathie für Muslime und dem Islam.
  • Die Präsenz von Muslimen beschränkt sich auf den Handel und auf Militärkooperationen, besonders in der Zeit nach den Kreuzzügen und der wilhelminischen Epoche im 19./20. Jh. 
  • Die arabisch islamische Philosophie hat die abendländische Philosophie zum konstruktiven Dialog herausgefordert, besonders in der Zeit der Scholastik. 
  • Die Absicht europäischer Scholastiker bestand aber nicht darin, islamische Philosophie zu integrieren, sondern die Überlegenheit der christlichen Theologie nachzuweisen - zugegebenermaßen mit Hilfe der von Arabern zugänglich gemachten Schriften des Aristoteles. 
Zwischenruf:
Der Historiker Michael Borgolte erklärt: "Ohne den Islam keine Scholastik, keine Universitäten und keine Wissenschaft in unserer heutigen Form. Ohne die Vermittlung antiker Kulturgüter durch Muslime... hätte es den Aufstieg des europäischen Westens seit dem hohen Mittelalter nicht gegeben." (Interview in Die Welt, vom 12.5.16). An diese Feststellung habe ich drei Anfragen:
 
a. Inwiefern steht die Übertragung griechischer philosophischer Texte in eine europäische Volkssprache und deren Übersetzung in die lateinische Wissenschaftssprache - übrigens auch gegen den Willen des christlichen Klerus - in Zusammenhang mit dem Einfluss des Islam als religiöses Konzept? Die Scholastik geht auf Aristoteles zurück und nicht auf den Islam als Religion. Zwar fungierte Averroes als islamischer Vermittler und Kommentator des Aristoteles, doch die abendländische Rezeption der islamischen Inhalte war kritisch bis ablehnend. 
    b. War es nicht die Weiterentwicklung der Klosterschulen, die als klassische europäisch christliche Entwicklung gelten, die wesentlich zum Aufbau von Universitäten in Deutschland und Europa geführt haben?
      c. Sind es nicht vorwiegend die Errungenschaften des Humanismus und der Aufklärung, die die heutige Form der Wissenschaft in Europa geprägt haben? 
      Kurz: Die assoziierte Gleichung, dass der Islam als Religion die moderne Bildungslandschaft Europas geprägt hätte, erscheint mir nicht ausgewogen zu sein.
      • Arabische Architektur und Wissenschaft haben das christliche Abendland enorm bereichert und nach vorne gebracht, nicht aber der Islam als Religion.
      • In der Zeit der Aufklärung profitierten Muslime von der toleranten Haltung preußischer Könige. Migranten waren willkommen, wenn sie qualifiziert waren und sich integrieren ließen.
      • Die positive Einstellung und Vorlieben für den Orient in der Zeit der Romantik kann nicht als Argument dafür benützt werden, dass der Islam in Deutschland heimisch geworden sei.
      • Aufgrund der Beobachtungen aus der Geschichte lässt sich feststellen, dass Muslime schon vor der Arbeitsmigration in den 1960er Jahren auf deutschem Boden gelebt haben. Sie waren als Minderheit geduldet und die Zusammenarbeit wurde dann forciert, wenn sich die deutsche Seite davon strategische Vorteile erhoffte. Der Islam als Religion spielte dabei keine vornehmliche Rolle.
      FEINDBILD: 
      • Im Zuge der Auseinandersetzungen mit dem Osmanischen Reich hat sich in der Haltung gegenüber Muslimen und Islam ein Feindbild entwickelt, das wie die Erfahrungen aus der Zeit der Kreuzzüge auch heute noch nachwirkt. 
      FOLGERUNGEN:
      • Die aufgeführten Aspekte belegen die Präsenz von Muslimen und den arabischen Einfluss auf nichtreligiöse Aspekte des Lebens in Deutschland. 
      • Sie stellen ein positives Beispiel dar, wie mit religiösen Minderheiten angemessen umgegangen werden kann.
      • Ich kann nicht sehen, dass seit dem Mittelalter der Islam einen philosophischen Denkentwurf hervorgebracht hätte, der in Europa oder Deutschland prägend geworden wäre.
      • Gerade die Aufklärung hat die heute im Westen anerkannte Trennung von Religion und Staat und damit deren Unterordnung hervorgebracht. Der Islam hat diese Aufklärung nicht vollzogen und ist deshalb meilenweit von unserem Verständnis von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit entfernt.
      • Das betrifft auch den technologischen Fortschritt, den die islamische Welt weitgehend verpasst hat - was übrigens u.a. zu dem Frust führt, im Westen sein Glück zu suchen. Der Mitttelalterexperte Michael Borgolte stellt fest: "Der Islam hat keine vergleichbare Forschungskultur entwickelt." - Was waren die Gründe? Borgolte: "Im damaligen Zentrum der islamischen Welt, in Bagdad, haben die Kalifen das öffentliche Forschen und Denken schlicht unterbunden. Privat durften die islamischen Gelehrten Studien betreiben und auch lehren. Aber der Transfer an die öffentlichen Bildungseinrichtungen war verboten." (Die Welt, 12.5.16). - Es waren also Kalifen, die rechtmäßigen Vertreter des Islam, die öffentliche Forschung verboten. Dagegen waren es islamisch kultivierte privat agierende Wissenschaftler, die wissenschaftliche Fortschritte erzielten, nicht aber der Islam als Religion.
      • Dort, wo der Islam seinen politischen Einfluss gegen den christlichen Einflussbereich ausweitet, wird er vorwiegend als Bedrohung empfunden - was umgekehrt natürlicherweise auch zutrifft.
      • Die genannten positiven Fakten reichen als Begründung für die Zugehörigkeit des Islam als religiös politisches System zu Deutschland jedoch nicht aus. 
      (Quelle: http://www.muslim-liga.de/islam-in-deutschland/der-islam-gehört-nicht-zu-deutschland/)

      (Teil 4 folgt) Eingrenzungen und Antwortversuche