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Benin | ... manche kehren vom Tod ins Leben zurück

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„In den traditionellen Religionen gibt es Heiler, die sich um Kranke kümmern. Wie wird das in christlichen Kirchen gehandhabt?“ Das fragten wir den Präsidenten des größten beninischen Gemeindeverbandes am Mittagstisch. „Krankheit findest du überall“, so seine Antwort, „und es ist völlig normal unter Afrikanern, dass man sich umeinander kümmert und sich besucht.“ Auch im ganz normalen Gottesdienst bringen die Leute ihre Anliegen mit, ihre körperlichen und seelischen Leiden. Man erzählt, wie es einem geht. Und man betet füreinander. Auf diese Weise sind Pastoren, Gemeindeleiter und die Christen in den meisten Gemeinden in den Heilungsdienst eingebunden. Es ist gar nichts Besonderes. Es braucht keine großen Spezialisten. Es gibt zwar auch große „Männer Gottes“, Evangelisten und Propheten, die über eine große rhetorische Begabung verfügen und auch Heilungsdienste anbieten. Doch Heilungsdienst wird nicht in einer besonderen Veranstaltung angeboten. Heilung kann man nicht programmi...

Benin | auf den Spuren des Vodoo

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In Benin und anderen westafrikanischen Ländern wie Togo und Ghana bilden die Anhänger des Vodoo-Kults nach wie vor eine starke Fraktion. In Benin wird am 10. Januar der nationale Feiertag der traditionellen Religion gefeiert. Am Strand von Ouidah geben sich an diesem Tag Zauberer aus ganz Benin ein Stelldichein. Voddoschreine sind sehr verbreitet in Benin. Bei der Fahrt durch den Ort Ouidah erhaschen unsere Blicke Fetische im Inneren von kleinen Gebäuden am Straßenrand oder auch mitten im Ort. Berge von Federn sind dort zu sehen, die Zeugnis von einem regen Opferkult ablegen. Voddoo entstammt aus der Fonsprache, die in Benin vorherrschend ist und bedeutet Geist oder Gottheit. Bei Vodoo handelt es sich also um eine klassische animistische Religion, die seit Jahrhunderten das Leben der Afrikaner bestimmt. Vodoopriester beherrschen die weiße und schwarze Magie und entsprechende Zaubertricks, die ihnen Macht über Menschen geben. Segen und Fluch liegt in ihren Händen. Der Vodookult is...

Benin | unterwegs auf der Sklavenstraße

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Der heutige Tag war der bisher spannendste während der Reise in Benin. Die Begegnungen mit dem Direktor von Wycliffe Bénin und dem Chef des Institut Biblique du Bénin waren sehr aufschlussreich. In Afrika wird theologische Ausbildung dringend benötigt. Es muss aber eine Ausbildung sein, die nicht nur akademisch niveauvoll ist, sondern vor allem die in ihren Inhalten und Methoden dem afrikanischen Kontext angepasst ist. Wir gewannen zudem einen guten Überblick über die verschiedenen Gemeindeverbände in Bénin, das Verhältnis zwischen Gemeinden, die von Missionaren und solchen, die von Afrikanern gegründet wurden. Wir erfuhren Einiges über die Versuche gelungener und gescheiterter Zusammenarbeit. Der Nachmittag hatte es in sich. Wir führen nach Ouidah, ca. 30 km westlich von Cotonou gelegen. Hier befinden sich wichtige Denkmäler der Geschichte Benins. Von einem lokalen sehr kompetenten 14-jährigen Guide ließen wir uns die Geschichte der Sklaverei in Benin erklären. Wir fuhren die S...

Benin | kommt mir sehr bekannt vor

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In Cotonou gelandet. Luft eingeatmet – es ist afrikanische. Das spüre ich mit geschlossenen Augen. In Benin geht gerade die Regenzeit zu Ende. Die Temperaturen liegen bei Mitte 20 Grad. Die Luft ist aber feucht und vom Meer her weht eine satte Brise. Gemeinsam mit Erhard Michel, dem Direktor der Allianz Mission und Anafi, einem Beniner, der in Deutschland Theologie studiert und Ende des Jahres mit seiner Familie wieder in den Benin zurückkehren möchte, bin ich im westafrikanischen Benin unterwegs, um die Möglichkeiten einer Kooperation im Bereich der theologischen Ausbildung zwischen Allianz Mission und einem Verband Afrikanisch Unabhängiger Kirchen (AUK) auszuloten. Anafi hat versucht, das Reiseprogramm von Deutschland aus zu koordinieren. Es ist nur bedingt gelungen. Vieles wird in Afrika vor Ort per Handy auf den letzten Drücker arrangiert – und es funktioniert. Wir trafen den Pastor der Assemblée Evangélique de la Bergérie de Dieu (AEBD). Die Gemeindebewegung startete un...

Aimé Césaire | Der weiße Mensch tut nur so, als sei er humanistisch gesinnt

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Vor hundert Jahren, am 26. Juni 1913, wurde Aimé Fernand David Césaire in den Zeiten der französischen Kolonialepoche in Basse-Point (Martinique) geboren.  Er starb 2008 fast 95-jährig in Fort-de-France. Gemeinsam mit Léopold Sédar Senghor und Léon-Gontran Damas begründete er das Konzept der Négritude, eine der bisher meistbeachteten kulturpolitischen und philosophischen Konzepte, die Afrikaner hervorgebracht haben. Das Trio hatte sich in Paris während des Studiums kennen gelernt. Césaire lernte erst von Senghor die wahre afrikanische Kultur kennen, deren Vertreter während der Zeit der Sklaverei nach Martinique gekommen waren. Césaire engagierte sich in der Nachkriegszeit als Politiker, war 1945 Abgeordneter der Kommunistischen Partei Frankreichs und setzte sich dafür ein, dass Martinique zu einem eigenständigen französischen Département wurde. 1956 gründete er seine eigene Partei und schloss sich 1978 den Sozialisten an. Bis 1993 war er Abgeordneter der Französischen Nati...

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