Dienstag, 10. Oktober 2017

Mali | wachsende Unsicherheit

Schon im September machten die Medien darauf aufmerksam, dass die islamistische Gruppe um den radikalen Imam Amadou Koufa in der Gegend wischen Douentza und der Grenze zu Burkina Faso immer mehr an Einfluss gewinnt. Die Predigten in den Moscheen haben zunehmend einen radikalisierenden Unterton. Jugendliche werden dazu aufgerufen, sich der radikalen Bewegung in der Region anzuschließen.
Besonders die Dörfer des östlichen Dogonlandes an der Grenze zu Burkina Faso sind in der letzten Zeit betroffen. Gruppen radikaler Muslime auf ihren Motorrädern bereisen meist an Freitagen und Sonntagen die Dörfer und halten radikale Predigten auf den Marktplätzen, so berichten Augenzeugen aus der Gegend. Außerdem werden die Bewohner erpresst und zur Abgabe von Naturalien in Form von Lebensmitteln und Vieh gezwungen, um "die gemeinsame Sache" zu unterstützen.
Diese Maßnahmen deuten darauf hin, dass es der Bewegung um Amadou Koufa an Kämpfern mangelt und die Versorgung knapp wird. Einige seiner « Soldaten » seien in der letzten Zeit desertiert, so heißt es.
In diesen Kontext sind sehr wahrscheinlich auch die Attacken gegen katholische Kirchen einzuordnen, die in der letzten Woche in der gleichen Region stattgefunden haben. Der Generalsekretär der malischen Bischofskonferenz berichtet davon, dass drei Kirchengebäude betroffen waren. Kreuze, Marienstatuen und andere christliche Symbole wurden aus den Kirchen entfernt und in Brand gesteckt. Den Christen wurde untersagt, Gottesdienste zu feiern und zu beten. Bisher blieben Christen von den islamistischen Attacken weitgehend verschont. Im Fokus standen bisher eher Polizeistationen, Schulen und andere staatliche Einrichtungen.
Im Norden Malis kommt es immer wieder zu Anschlägen, aber auch zu Demonstrationen gegen die internationalen Friedensmissionen, deren Sinn und Zweck für viele Menschen in der Region nach wie vor nicht verständlich und nachvollziehbar ist. Die latente Unsicherheit in der Region führte dazu, dass Anfang Oktober 500 Schulen geschlossen blieben, so berichten Beobachter von UNICEF.
Die neuerlichen Attacken im Dogonland verunsichern zutiefst. Der Terror verlagert sich immer mehr ins Zentrum Malis.
Die Akzeptanz vor Andersgläubigen hat in Mali eine lange Tradition. Wir hoffen, dass dies so bleibt und beten für die betroffenen Christen in ihren Dörfern, dass sie bewahrt bleiben.