Freitag, 15. November 2019

FATMES | ermutigende Schritte nach vorne

Es sind erfreuliche Entwicklungen, die uns heute bei unserem Antrittsbesuch im Büro des Studienleiters der FATMES aufhorchen ließen. Das Wörterbuch, was mein Kollege Dr. Youssouf Dembelé (Dozent für Systematische Theologie an der FATMES und Berater für Bibelübersetzung) und ich letztes Jahr herausgegeben haben, findet nach wie vor seine Käufer. Eine neue, erweiterte Auflage ist bereits im Gespräch. 
In diesem Jahr haben sich 13 neue Studierende an der FATMES (Fachhochschule für ev. Theologie und Missiologie, Bamako) eingeschrieben. Dazu gehören Frauen und Männer, Pastoren und ehrenamtliche Mitarbeiter, die das berufsbegleitende Studienangebot der FATMES nutzen. Alleine fünf der neuen Kandidaten kommen aus der größten Gemeinde Bamakos. Der Gemeindedistrikt der Evangelisch Protestantischen Gemeinde in Bamako hat in diesem Jahr 12 Personen an bambaraphone und frankophone theologische Ausbildungsstätten im Land entsandt. Hintergrund dieser Maßnahme ist es, das südliche und westliche Hinterland Bamakos missionarisch zu erreichen und entstandene Gemeinden pastoral zu versorgen. Anfang des Jahres 2014 hat diese Bewegung begonnen. Damals sind einige der Dozenten der FATMES der Einladung des Gemeindepastors gefolgt, und wir haben mitgeholfen, Mitarbeiter und Pastoren zu schulen. Im Laufe der Zeit sind Teams während der Ferienzeit zu Missionseinsätzen ausgesandt worden. Die positiven Erfahrungen wurden ausgewertet und haben zu einer regelrechten Bildungsoffensive geführt, um Pastoren missionarisch fit zu machen und junge Menschen als Gemeindegründer zu gewinnen. Das ist eine sehr ermutigende Entwicklung. Sie zeigt, dass die FATMES mit ihrem zentralen und dezentralen Bildungsangebot angenommen wird und hilft, missionarische Initiativen zu unterstützen.

Mittwoch, 13. November 2019

Bamako | eingetaucht in eine andere Welt

Die letzten Wochen waren gut gefüllt mit Besuchen in Gemeinden. Predigen. Über die Arbeit in Mali informieren. Immer wieder haben wir auf den Personalbedarf in Mali aufmerksam gemacht. Wir müssen ehrlich gestehen, dass wir davon etwas müde geworden sind und jetzt froh sind, in Mali zu sein. Wir haben in den deutschen Gemeinden wenig junge Leute angetroffen, die sich auf die herausfordernde, notwendige und sehr erfüllende missionarische Arbeit in Mali einlassen würden.
Rechtzeitig vor der kalten Zeit, sind wir vorgestern ins Flugzeug gestiegen und haben uns nach Mali abgesetzt. Unser Gepäck ist inzwischen komplett. Zwei fehlende Koffer habe ich heute am Flughafen in Empfang genommen. Bei der Passkontrolle am bewachten Eingang meinte ein Polizist laut lachend: "Ich habe schon von weitem gesehen, dass du ein Coulibaly bist." Ein kurzer Blick in den Pass und ich durfte das Gebäude betreten. So geht das in Mali. Solche Anekdoten am Rande tragen dazu bei, dass wir uns ganz schnell wieder zu Hause fühlen.
Über 30 Grad mitten im November, das ist schon was besonderes, dazu viel Staub in der Luft und jede Menge Autos, die die Straßen Bamakos verstopfen. Karsten und Gerlind Pascher und Manuel Müller wohnen mit uns in der Zentrale der Allianz Mission, von wo aus wir in den nächsten Tagen und Wochen unserer Arbeit nachgehen werden. Heute haben wir erst einmal ein paar Ideen ausgetauscht und mit einigen unserer Partner telefonisch Kontakt aufgenommen. Diese informellen Treffen führen dazu, dass sich das Programm meist sehr schnell füllt. 
Einer unserer Mitarbeiter erzählte uns, dass seine Verwandte ihm inzwischen davon abraten, in sein Heimatdorf im Zentrum des Landes zu fahren. Die Gefahr, Opfer von Attacken oder Entführungen zu werden sei viel zu groß. Nicht nur wegen dieser Anmerkung merken wir sehr schnell, dass wir wieder in einer anderen Welt unterwegs sind. Wir sind gespannt, was uns erwartet. 

Mittwoch, 16. Oktober 2019

Bamako | Taufe im Knast

Ende September wurden im Männergefängnis in Kati 16 Insassen getauft. In diesem Knast sitzen ca. 250 verurteilte Gefangene ein, die regelmäßig von unserem Team besucht werden. Oft fehlt es an Medikamenten oder an einer ausgewogenen Mahlzeit, die nach Absprache mit der Gefängnisleitung ausgegeben werden. Mitten im Knast, wo Verbrecher und Mörder ihre verdiente Strafe absitzen, wird das Evangelium der Gnade Gottes verkündigt. Neue Lebensperspektiven werden vermittelt. Die Leute hören aufmerksam zu, sie denken nach, sie lassen sich ansprechen. Manche bitten darum, dass man beim nächsten Besuch eine Bibel mitbringt, andere bitten um ein Gespräch und vertrauen ihr Leben Jesus Christus an. Dank der guten Zusammenarbeit mit der Gefängnisleitung und des gewachsenen Vertrauens ist es sogar möglich, Gottesdienste abzuhalten, Taufen durchzuführen und das Abendmahl zu feiern. Das ist ein riesiges Privileg. Es sind Begegnungen und Momente, die Eindruck hinterlassen. 
Wir danken Gott für die großartige Möglichkeit dieser Arbeit und für den Einsatz unserer Freunde und Kollegen in Mali. Wir bitten, dass die Getauften ihren Glauben vertiefen und dann, wenn sie wieder in Freiheit sind, ihr Leben in positiven Bahnen weiterführen.

Dienstag, 29. Januar 2019

Mali | steigendes Konfliktpotential

"Das Konfliktpotential in der malischen Gesellschaft steigt. Die Entwicklung ist besorgniserregend. Die Spirale der politisch und kriminell motivierten Gewalt zeigt nach oben. Es wird höchste Zeit, dass der malische Staat energischer durchgreift und die Zeichen der Zeit erkennt". So hat es der ...

Freitag, 25. Januar 2019

Sabalibougou | der nächste Bauabschnitt beginnt

Wir sind sehr froh über die Entwicklung an der christlichen Schule in dem 7.500 Einwohner zählenden Ort Sabalibougou, wo unsere Partnergemeinde UEPEM auch eine Gemeinde aufbaut. Wir sind davon überzeugt, dass sich der gute Ruf der Schule und deren Akzeptanz bei den Eltern und der ...

Donnerstag, 17. Januar 2019

Bougoula | malische Kultur pur

Die Visite im 1.600 Einwohner starken Bambaradorf Bougoula war ein Erlebnis und eine Lehrstunde in Sachen malischer Kultur. Vor der Abfahrt hätten wir uns beim Frühstück an missionsstrategischen und theologischen Fragen fast festgebissen und den Blick auf den Zeitmesser aus den Augen verloren. Aber das war halb so wild, denn auch Enoc S. war noch nicht reisefertig. Er hatte seinen Sohn losgeschickt, um ihm einen gut durchgegarten ...

Dienstag, 15. Januar 2019

Gewachsenes Vertrauen

Das Wichtigste in Mali ist das Vertrauen zu Freunden und Kollegen. Es ist die Basis, die nachhaltige Missionsarbeit möglich macht, das persönliche Leben bereichert und ein Gefühl von Heimat vermittelt. Dieses Vertrauen fällt nicht vom Himmel, sondern muss von beiden Seiten gewollt und kultiviert werden. Vertrauen ist auch nicht nur ein Gefühl, oder ein Eindruck. Vertrauen hat eine "handfeste Seite". ...