Da klebt es fett – das Etikett.
Reinhard Mey, ein deutscher Liedermacher, sang vor Jahren ein Lied übers Etikett, über diese lästigen Schilder auf den Waren, die wir aus den Läden nach Hause schleppen. In seinem Song stellt der Künstler scharfsinnig fest: Es lastet ein Fluch auf dem Etikett. Jedes Ding hat eins, überall findest du es – am Jackett, am Kotelett, auf dem Kopf hinterm Brett, am Brikett, am Korsett, jedem Ding von A bis Z klebt es dick und fett: das Etikett! – Da steht drauf, wer du bist und was du wert bist. Und das absolut Blöde an diesen Etiketten ist, dass man sie schwerlich wegrubbeln kann. Reinhard Mey hat es mit Benzin und Nagellackentferner, mit Scheren und anderem Gerät versucht. Vergeblich. Das Etikett, die aufgestickten Logo und die bunten Aufkleber entscheiden darüber, für wen du Werbung machst, in welchem Regal du liegst oder in welche Schublade man dich steckt. Leute, die sich Evolutionspsychologen nennen sagen: Etiketten im menschlichen Miteinander sind Vorurteile. Un...