Dienstag, 9. Januar 2018

Sportmission | gemeinsam Akzente gesetzt

Der sportmissionarische Einsatz war für uns alle eine große Herausforderung und gleichzeitig eine bereichernde Erfahrung. Neben den sportlichen Anstrengungen musste auch der Kultur- und Klimawechsel bewältigt werden. In den Gesprächen mit unseren malischen Freunden klang auch immer wieder durch, dass die Sicherheitslage im Land nach wie vor kritisch ist. Auch das muss man mental verkraften.
Das Team hat das super gemacht - mit Mut, kollektivem Engagement und Vertrauen in Gott und unsere malischen Partner. 
Wir danken Gott, dass wir vor größeren Verletzungen und Krankheiten bewahrt geblieben sind und er uns einen guten Teamgeist geschenkt hat. Bei allem seriösen Engagement war auch immer Humor mit im Spiel. Zu verdanken haben wir das positive Fazit des Einsatzes auch der engagierten Begleitung von Leuten aus dem Bogo Wuli-Team in Mali und den Pastoren aus unseren Partnergemeinden. Sie haben uns unterstützt und uns das Gefühl gegeben: euer Beitrag ist wichtig, und wir wollen davon für die künftige Entwicklung unserer Gemeinden und der missionarischen Arbeit profitieren.
Unser Programm war so bunt gemischt wie das Team – Leute aus unterschiedlichen Kulturen mit unterschiedlichen sich ergänzenden Talenten machten sich auf, um den unterschiedlichen Bedürfnissen auf den staubigen Plätzen der malischen Hauptstadt zu begegnen.  Die Kommunikation hat funktioniert, obwohl nur drei aus unserem Team Französisch sprechen können. Wo Worte nicht weiterhalfen, da sprachen unsere Füße, Hände und Herzen solange, bis Kopfnicken und ein Ich-habe-verstanden-Lächeln als Antwort zurückkam.

Es ist gelungen, in der Gemeinde Missabougou ein neues Volleyballteam zu starten. Auch der Pastor der Gemeinde gehört dazu. Das ist für die jungen Sportler eine zusätzliche Motivation.
In Kouloubleni haben wir ein Volleyballturnier veranstaltet und dabei gemerkt, dass die Jungs technisch und konditionell gut drauf sind. Auch hier spielt der Pastor mit und sorgt dafür, dass das Training kontinuierlich weitergeht und der Sport missionarisch genutzt wird.


Auf dem großen Fußballplatz in Sanfil, in direkter Nachbarschaft zu unserer Partnergemeinde in Quinzambougou, haben unsere Trainer mit jungen muslimischen Fußballern trainiert und dabei versucht, die jungen Christen aus unseren Gemeinden zu integrieren. Bei den jungen Maliern besteht hier und da die Hoffnung, als Fußballer entdeckt zu werden und in einem europäischen Club Karriere machen zu können. Verständlich. Leider haben wir keine Lizenz als Spielervermittler.


An den Nachmittagen fanden sich vor dem Beginn des eigentlichen Fußballtrainings jeweils 70 bis 120 Kinder ein. Wir haben die Gelegenheit genutzt, auch mit ihnen zu arbeiten, sie fußballerisch weiterzubringen und biblische Werte zu vermitteln.
Am Ende ist es gelungen, ein Fußballteam Bogo Wuli zusammenzustellen, obwohl die gemeindeinterne Mobilisation aus unterschiedlichen Gründen nicht so funktioniert hat, wie sich das die Verantwortlichen vorgestellt hatten. Bei dem Abschlussturnier ging es richtig zur Sache. Die Erstplatzierten erhielten Medaillen und die Spieler der Siegermannschaft jeweils einen Ball. Der Trainer des FC Massa aus dem Stadtviertel Sanfil hat uns am nächsten Tag in unserem Quartier besucht und uns für unser Engagement gedankt. Seine Einladung für weitere Trainingseinheiten steht. Er ist Muslim, macht aber nichts, denn Sport verbindet.
In zwei Gottesdiensten haben wir gepredigt und uns als Team vorgestellt und auch hier die Gelegenheit wahrgenommen, die Gemeinden von den Werten des Sports für die gesellschaftliche Integration und die missionarische Arbeit zu überzeugen. Zwei der Pastoren haben uns besucht, mit uns Gottes Wort gelesen, gebetet und das Gespräch gesucht.
Der Besuch der Christlichen Schule in Sabalibougou war ein besonderes Erlebnis. In der Pause haben wir mit den Kids gesungen, getanzt und dabei unser Team vorgestellt. Bei der Vorstellung zeigte ich auf Christiane und fragte, ob jemand diese Person kennt. Einige Kinder riefen: Das ist unsere Mama! –  Dieser Titel ist aller Ehren wert und zeigt, wie hier im Laufe der Zeit herzliche Beziehungen gewachsen sind. Auf der Fahrt zurück in die Stadt haben wir der FATMES und dem dortigen Direktor einen kurzen Besuch abgestattet und dabei laut darüber nachgedacht, ob das Angebot sportmissionarischer Kurse eine Option für die Zukunft wäre.
Zwischendurch haben wir uns am kulinarischen  Angebot unseres Gastlandes erfreut und auch internationale Menüs genossen – malische Garküche, wo Reis und Erdnusssoße vom Feinsten gekocht wird, private Einladungen, libanesische Chawarma, asiatische Frühlingsrollen und gegrilltes Schweinefleisch am Silvesterabend. Bananen und Wassermelonen haben wir kiloweise vertilgt.
Ein weiterer Höhepunkt war das kleine Fußballturnier, was im Jugendgefängnis stattfinden konnte. Der Direktor der Anstalt war die ganze Zeit als Zuschauer dabei und zeigte sich begeistert von unserem Besuch, bei dem wir von erfahrenen Pastoren begleitet wurden, die regelmäßig im Gefängnis unterwegs sind. Der Weg ist geebnet. Den christlichen Sportlern aus unseren Gemeinden bieten sich im Knast Möglichkeiten der missionarischen Begegnung.
Wichtig war uns, dass wir Akzente setzen konnten, die dann in schon bestehenden Strukturen aufgegriffen und weiterentwickelt werden.
Die gemeinsame Auswertung mit den Verantwortlichen von Bogo Wuli, den Pastoren und vielen Jugendlichen aus unseren Gemeinden war ein sehr wichtiges und vielversprechendes Treffen. Es wurden jede Menge konstruktive Ideen geäußert, um die sportmissionarische Arbeit fortzusetzen. „Wir benötigen einen Trainingsplatz“, riefen einige und baten ihren Pastor, beim Bürgermeister vorstellig zu werden. Andere schlugen die Durchführung von Turnieren vor, um die Jugendlichen zusammenzubringen und die sportmissionarische Vision miteinander zu teilen und dabei schlagkräftige Volleyball- und Fußballteams zu bilden. Unser Einsatz wurde von allen Beteiligten als sehr ermutigend gelobt (C’était une très bonne chose!). Das macht Hoffnung. Das Treffen zeigte aber auch, wie sehr missionarische Arbeit noch auf die Gemeinderäume bezogen und konsum- und angebotsorientiert gedacht wird. Dabei ist es mit Hilfe des Sports so einfach, mit muslimischen Kindern und Jugendlichen draußen in den Stadtvierteln Kontakt aufzunehmen, mit ihnen Sport zu machen und dabei die biblische Botschaft ins Gespräch zu bringen.
Während der knapp zwei Wochen hat sich auch herauskristallisiert, wer von der malischen Seite wirklich motiviert bei der Sache ist und wer im Gegenteil dazu die Arbeit nur als Funktionär in Besprechungen „absitzt“, auf Geheiß seines Vorgesetzten handelt, oder sich persönliche Vorteile erhofft. Jerome, der Chef von Bogo Wuli, war bei fast allen Aktivitäten dabei. Er sagte uns: „Eure Aktionen auf dem Spielfeld haben mich motiviert, die Sportarbeit weiter zu fördern und mich dafür praktisch einzusetzen.“ Genau darum geht es: Aktionen sprechen laut, und sie verändern. Worte sind nur Ansagen, die leer bleiben, wenn ihnen keine konkreten Taten folgen.
In unserem Team also auch von malischer Seite wurden bereits Ideen und Wünsche geäußert, in absehbarer Zeit einen erneuten sportmissionarischen Einsatz in Mali durchzuführen. Weil es so viele Ansätze und neue Kontakte gibt, ist es wichtig, Schwerpunkte herauszufiltern. Außerdem wäre es auf lange Sicht gut, einen lizenzierten Trainer und Sportmissionar in Mali zu haben, der die Pastoren und Jugendlichen mitnimmt und gemeinsam mit unseren malischen Freunden sportmissionarische Strategien entwickelt und umsetzt.

Gebet: Dank für einen gelungenen Einsatz, Freundschaften sind entstanden, die Sportarbeit unserer Gemeinden hat neue Impulse erhalten, Pastoren engagieren sich