Corona zieht seine Kreise

Darauf hatten wir gewartet. In den ersten Gottesdiensten nach unserer Rückkehr nach Mali waren die Stühle in den Gemeinden schon nicht mehr so gut besetzt, wie in normalen Zeiten. Corona wirft seinen Schatten über das Land. Gestern erhielten wir den ersten Anruf, dass ein für kommenden Sonntag schon vereinbarter Gottesdienst abgeblasen wurde. Heute Morgen folgte die zweite Absage für den 22.3.2020. Die "Coronaschlinge" scheint sich immer mehr zuzuziehen. Der FEG-Kongress an Pfingsten, wo mehrere Tausend Besucher erwartet werden, wurde bereits gekippt. Auch die Theologische Woche der Pastoren aus den Freien ev. Gemeinden wurde vorher schon abgesagt. 
Wir stellen uns deshalb darauf ein, dass in den nächsten Wochen auch zunehmend Gottesdienste ausfallen werden. Es gibt Gemeinden, die entscheiden selber und aus Vorsicht, ob eine Veranstaltung stattfinden soll oder nicht. Andere hören bei ihren Landkreisen oder Stadträten nach, was zu tun ist. In den Herzen und Gremien herrscht allgemeine Verunsicherung und Angst, die dann konkrete Maßnahmen zur Folge haben. Für die einen ist das alles übertriebener Ausdruck von Panik. Für die anderen ist es Zeichen vorsorglicher Vernunft. Die einen warten auf den Staat, wobei hier jedes Bundesland aufgrund des föderalistischen System seine eigene Suppe kocht. Die anderen folgen dem Rat der Bundeskanzlerin, dass jeder seine individuelle Verantwortung wahrnehmen und auf soziale Kontakte und den Besuch "vermeidbarer Veranstaltungen" verzichten solle. Besuche in Altenheimen und Krankenhäusern werden eingeschränkt, um die ältere Generation und die Kranken zu schützen. Die ersten Bundesländer haben schon beschlossen, ihre Schulen bis auf Weiteres zu schließen. 
Uns steht es nicht zu, das Verhalten und die Beschlüsse der Beteiligten zu bewerten, da wir keine Spezialisten sind. Wir informieren uns und passen unser Verhalten der Entwicklung flexibel an. 
Da die ältere Generation von Corona stärker betroffen ist als die jüngere, hat das zur Folge, dass sich die Reihen in unseren jetzt schon ziemlich überalterten Gemeinden immer mehr lichten. Wir wünschen allen Personen, die von Corona betroffen sind Bewahrung und Genesung. 
Für uns als Missionare bedeutet dies, dass wir etwas kürzer treten und unseren Arbeitsalltag etwas entschleunigen können. 
Andererseits wird die aktuelle Situation auch dazu führen, dass Spenden an die Allianz-Mission weniger werden. Hier hoffen wir, dass die Freunde der Weltmission mittel- und langfristig Solidarität zeigen. 
Uns werden Maßnahmen verordnet, oder wir begeben uns in die selbstauferlegte Isolierung. Wir hoffen, dass die entstandene Verlangsamung des Lebens uns auf konstruktive und kreative Gedanken bringt und den Geist der Nächstenlieben und der Solidarität belebt - in unseren Familien, Gemeinden und in der Nachbarschaft. Wenn wir unsere Herzen sprechen lassen und die technischen Möglichkeiten nutzen, dann ist da einiges möglich.
Gemeinsam beten wir, dass uns Angst und Vorsichtsmaßnahmen nicht die Freude am Leben nehmen und wir auch hier lernen, Vertrauen und Hoffnung auszustrahlen. 

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