Freitag, 23. Dezember 2016

Frohe Weihnachten - ein hoffnungsvolles Jahr 2017

Globale Probleme und Entwicklungen, die bisher weit weg schienen, rücken nahe an uns heran. Das vergangene Jahr hat Schlagzeilen produziert, die uns wachgerüttelt haben und nachdenklich machen. Globale Schrecken werden lokal und greifbar. Attacken, terroristische Anschläge und gespaltene Gesellschaften, die es in anderen Teilen der Welt schon längst gibt, bedrohen nun auch die deutsche Gesellschaft. 
Die einen werden nachdenklich und schauen den Realitäten dennoch mit Gelassenheit ins Gesicht, die anderen
bemühen populistisch einfache Lösungen, die es in Wirklichkeit aber nicht gibt.

An Weihnachten erinnern wir uns daran, dass Gott auf eine ungewöhnliche Art und Weise ins globale Weltgeschehen eingegriffen hat. Es waren keine Parolen, kein einfaches Machtgehabe und kein hysterisches Geschrei des harten Durchgreifens.
Gott glänzte in seiner Menschwerdung durch eine beeindruckende Tat der Demut am Rande des großen Weltgeschehens - in einem unscheinbaren Dorf, unter einfachen Umständen. Kein Machtgehabe, aber dennoch unendlich kraftvoll breitet sich die einfache Nachricht von der Geburt eines Kindes in den Herzen einfacher Menschen aus. Unaufhaltsam zieht der helle Stern in der dunklen Nacht Fremde und Einheimische, Juden und Nichtjuden in seinen Bann. 
Die Botschaft vom Licht macht unaufhaltsam die Runde und verändert in ihrer lokalen Einfachheit das globale Geschehen der Menschen. Die Freude über den Schalom Gottes ist eine Strategie des Widerstands gegen menschliche Macht und Ohnmacht und gegen die Hoffnungslosigkeit.

Gott spricht: "Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch." (Hesekiel 36,26). Gott transformiert unsere Herzen, den Ort, wo Gedanken und Emotionen zusammenfließen und Entscheidungen reifen. Das funktioniert nicht, wenn wir uns von Angst und den eigenen Grenzen leiten lassen. Es geschieht nur, wenn wir in enger Abhängigkeit von Gott leben und Gottes Vision für das Leben eine Chance geben.

Gottes liebendes Herz schlug schon immer für die Welt. Seine Liebe ist nicht die Reaktion auf das, was in der Welt schief läuft. Gottes Liebe gab es, bevor die Schuld der Menschen in Erscheinung trat. Liebe entspricht ganz einfach Gottes Naturell. 
Gottes Liebe hat nicht aufgehört - auch nicht, als ein Machthaber Maria, Joseph und Jesus mit dem Tod bedrohte und sie zur Migration zwang. Die Liebe hat nicht aufgehört, als schon zu Beginn des öffentlichen Wirkens Jesu Todesdrohungen die Runde machten. Die Liebe Gottes fand ihren Höhepunkt, als die Zeitgenossen Jesu und die Vertreter der römischen Kolonialmacht ihn anspuckten, verhöhnten, ihn verurteilten und ihm das Schwert in die Seite stießen. 

Nur Gottes großes liebendes Herz kann unsere kleinen, hin und her gerissenen Herzen heil und neu machen.

Wir wünschen euch allen ein gesegnetes Weihnachtsfest und ein neues Herz voller Hoffnung für das neue Jahr 2017.